Wer Newsletter versendet, kennt das Phänomen: Sobald der Newsletter verschickt wurde, kommen die Abmeldungen und Kündigungen rein. Ist ja auch verständlich: Wenn die Mail im Postfach landet, ist das der Moment, der daran erinnert, dass man da ja noch angemeldet war, bzw. ein Abo hatte. Geht mir persönlich ja nicht anders. Und doch ist es maximal frustrierend, stundenlang eine neue Ausgabe zu schreiben, um dann als Quittung eine Kündigung zu erhalten. Künftig werde ich das anders handhaben.
Anstatt die automatisierten Mails von Steady und Ghost zu den Kündigungen und Unsubs direkt in meinem Hauptpostfach zu erhalten, landen sie nun bei einer Mail-Adresse, die ich nur zu ausgewählten Zeitpunkten checke. Churn ist normal und gehört zum Geschäft. Selbstverständlich muss ich die Zahlen im Blick behalten, damit ich mich nicht eines Tages wundere, warum Steady nur noch 3,50 Euro überweist. Aber das Gefühl, das die Kündigungen, die direkt auf den Versand des Newsletters eintreffen, in mir auslösen, grenzt an Masochismus und verzerrt das Bild. Neue Leute kommen, andere gehen. Das Geschäft funktioniert seit Jahren. Ich kann schreiben, mehrere Tausend Mitglieder machen das möglich. Ein großes Glück.
