• Auf Zahlen starren

    So, jetzt ist es einen Monat her, dass ich meinen Newsletter umgebaut habe. Seitdem habe ich insgesamt fünf Gespräche geführt, bei YouTube, Spotify und Co. veröffentlicht und die wichtigsten Learnings in Briefings verarbeitet.

    Zuletzt habe ich mit Katharina Nocun über Verschwörungen gesprochen und mit Gregor Schmalzried über KI diskutiert. Das macht alles weiter großen Spaß, kostet aber auch viel Kraft - aber aus einem anderen Grund, als ich antizipiert hatte.

    Ich lasse mich einfach viel zu krass dazu verleiten, permanent auf die Zahlen zu schauen. Wie viele neue Abos hat das Video generiert? Wie viele Views? Zu welchem Zeitpunkt sollte ich wohl veröffentlichen? Wie viele Leute klicken vom Newsletter zum Podcast? Bla, bla, bla.

    Es ist unglaublich, wie schnell ich mich von diesen Dingen wieder vereinnahmen lasse. Denn streng genommen haben sie erst einmal gar nichts mit meiner eigentlichen Arbeit zu tun: Ich verdiene mein Geld damit, einen guten Newsletter zu schrieben. Download-Statistiken sind dafür herzlich egal.

    Und dennoch ziehen mich die Stats in ihren Bann. Sie machen sogar etwas mit meiner Stimmung. Völlig absurd. Ein Glück bin ich jetzt schon so lange im Game, dass mir das direkt auffällt und ich gegensteuern kann. Letztlich hatte ich ja bereits vor zehn Jahren darüber geschrieben, dass ich nicht mehr Teil der Aufmerksamkeitsökonomie sein möchte. Dabei bleibt es auch.

    Reichweite ist der Sirenengesang des 21. Jahrhunderts.

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  • Arbeit, Arbeit, Arbeit & viel Freude

    Interview Vogelsang

    Heute erscheint nun also bereits die dritte Ausgabe meiner neuen Gesprächsreihe. Dieses Mal habe ich mit Sebastian Vogelsang über Eurosky gesprochen.

    Eurosky ist der Versuch, das AT Protocol zu nutzen, um die Macht der Platzhirschen ins Wanken zu bringen. Ob das allerdings funktioniert, hängt auch stark davon ab, wie viel Geld im System ist. Aktuell sieht es nicht so aus, als hätten Politik, Medien und Stiftungen wirklich verstanden, warum diese Art der Infrastruktur so zentral ist.

    Hier geht es zum Podcast, hier ist das Gespräch als Video.

    Aber einmal ab vom Inhaltlichen: Der neue Ablauf, Gespräch führen, daraus einen Video-Podcast bauen, inklusive Intro und Outro, um dann die wichtigsten Erkenntnisse als exklusives Destillat für meine zahlenden Newsletter-Abonnent:innen aufzuschreiben, macht richtig Laune.

    Viel Arbeit, keine Frage. Aber die Gespräche, die Arbeit mit der Kamera, das Schneiden, das Verpacken, das Destillieren - alles eine große Freude.

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  • Erste Folge ist live

    Gesagt, getan: Die erste Folge meiner neuen Gesprächsreihe ist live. Starke 30 Minuten mit Ingrid Brodnig über digitale Gewalt. So viel Arbeit. Aber auch so viel Freude. Inhaltlich, aber auch technisch. Noch nie auf YouTube, Apple, Spotify und Co. gleichzeitig publiziert. Extrem steile Lernkurve. Endlich mal wieder Gäste anfragen, öffentlich Interviews führen, schneiden, verpacken. Zack. Online. Jetzt erstmal gucken, wie das Feedback ist. Die ersten Signale sind super positiv. Hach.

    Interview Brodnig

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  • Ebenfalls lesenswert
    • Mehr Banksy wagen

      Mit der Fam in Rotterdam gewesen. Dort die Ausstellung “House of Banksy” angeschaut. Sehr lohnenswert. Für mich defintiv eine Inspiration. Deutlich mehr Kritik an Kapitalismus, Konsumwahn und Überwachung wagen. Zu seinen Werten und Überzeugungen stehen. Ihnen Form geben. Ungewöhnlich. Unabhängig.

      YouTube first

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    • Erstes YouTube-Video ever

      Ich habe gerade mein erstes YouTube-Video veröffentlicht. Es geht um Gatekeeper und die Konstruktion von Realität. Definitiv gespannt, was an Reaktionen kommt. Aber wenn ich jetzt einfach nur mal auf mich schaue: Mir hat es überraschend viel Spaß gemacht, das Video zu produzieren. Gern mehr davon.

      YouTube first

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    • Letztes Briefing am Dienstag

      Als wir zum 30.8.2018 beim Social Media Watchblog die Paywall hochgezogen haben, hätte die Aufregung kaum größer sein können:

      Nächste Woche Freitag werde ich übrigens nicht nur auf eine Paywall umstellen, sondern auch heiraten. Ich wüsste gar nicht, wann ich schon einmal in einer Woche so viel Aufregung hatte. Falls Du mir also zumindest beim Wechsel auf die Paywall helfen könntest, dann hätte ich vielleicht ein bissl mehr Ruhe bei meiner Hochzeit – ich zähl auf Dich! One Love!

      Dass ich den Newsletter dann fast acht Jahre lang jeden Dienstag und Donnerstag verschicken würde, war nicht abzusehen. Heute aber ist der Tag gekommen, an dem ich das Briefing zum letzten Mal dienstags verschickt habe. Simon zieht weiter und bleibt als Freund. Ich richte das Social Media Watchblog neu aus: Künftig wird es weniger News und mehr Einordnung geben. Im Briefing vom 5.März habe ich ausführlich aufgeschrieben, was kommt:

      Vom 9. April an erscheint der Newsletter jeweils am Donnerstagmorgen. Das fühlt sich nach einer Verkleinerung des Angebots an. Aber die alte Struktur hatte entscheidende Schwächen: Die News am Dienstagnachmittag stammten oft aus der Vorwoche. Die Analysen am Nachmittag kamen zu einem Zeitpunkt, an dem kaum jemand die Ruhe hatte, sich wirklich darauf einzulassen. Der neue Erscheinungsrhythmus verdichtet das Angebot. Kein Mensch benötigt dieser Tage „noch mehr zu lesen“. Der Kern bleibt bestehen: Einordnung und Vertrauen.

      Ich bin voller Vorfreude auf das, was kommt. Mehr Gespräche, mehr Persönlichkeit. Und wer weiß: Womöglich schreibe ich in acht Jahren wieder einen Blogpost und kann kaum fassen, wo die Zeit geblieben ist.

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    • Unsubs und Kündigungen

      Wer Newsletter versendet, kennt das Phänomen: Sobald der Newsletter verschickt wurde, kommen die Abmeldungen und Kündigungen rein. Ist ja auch verständlich: Wenn die Mail im Postfach landet, ist das der Moment, der daran erinnert, dass man da ja noch angemeldet war, bzw. ein Abo hatte. Geht mir persönlich ja nicht anders. Und doch ist es maximal frustrierend, stundenlang eine neue Ausgabe zu schreiben, um dann als Quittung eine Kündigung zu erhalten. Künftig werde ich das anders handhaben.

      Anstatt die automatisierten Mails von Steady und Ghost zu den Kündigungen und Unsubs direkt in meinem Hauptpostfach zu erhalten, landen sie nun bei einer Mail-Adresse, die ich nur zu ausgewählten Zeitpunkten checke. Churn ist normal und gehört zum Geschäft. Selbstverständlich muss ich die Zahlen im Blick behalten, damit ich mich nicht eines Tages wundere, warum Steady nur noch 3,50 Euro überweist. Aber das Gefühl, das die Kündigungen, die direkt auf den Versand des Newsletters eintreffen, in mir auslösen, grenzt an Masochismus und verzerrt das Bild. Neue Leute kommen, andere gehen. Das Geschäft funktioniert seit Jahren. Ich kann schreiben, mehrere Tausend Mitglieder machen das möglich. Ein großes Glück.

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    • YouTube

      Als ich anfing, mir darüber Gedanken zu machen, wie das Social Media Watchblog wohl nach Simons Abgang aussehen könnte, wurde mir eine Sache ziemlich schnell klar: Ich will mehr Gespräche führen. Nicht nur unter 3 zur Erweiterung meines eigenen Horizonts, sondern öffentlich.

      Daher freue ich mich wie Bolle, dass ich diese Idee nun ab April auch in die Tat umsetzen und im Idealfall mehrfach im Monat mit smarten Gäst:innen zum Wandel der digitalen Öffentlichkeit sprechen werde. Primär werden die Gespräche auf youtube.com/@martinfehrensen zu finden sein. Aber weil mir befreundete Podcast-Pros sagen, dass mehr mehr ist, wird es die Unterhaltungen auch auf Spotify, Apple Podcast und Co. geben.

      Um das noch einmal explizit festzuhalten: Die Idee ist es nicht, dass die Gespräche meinen Newsletter ablösen. Im Gegenteil: Die Unterhaltungen sollen zum einen einer interessierten Öffentlichkeit Brainfood geben. Zum anderen werden die Gespräche für meine Mitglieder im Newsletter noch einmal gesondert und exklusiv aufbereitet. Wenn ich dadurch insgesamt auch noch etwas mehr Aufmerksamkeit für meine Arbeit und meinen Newsletter erhalten, perfekt.

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    • Das offene Web endet. Es beginnt ein Modell, in dem Überleben von Markenstärke, Direktbeziehungen und Plattformgnade abhängt.

      Laut Chartbeat ist der Referral-Traffic aus klassischen Suchmaschinen bei kleinen Publishern in den vergangenen zwei Jahren um 60 Prozent zurückgegangen – verglichen mit 47 Prozent bei mittelgroßen und 22 Prozent bei großen Publishern.

      Link: Axios