Auf Zahlen starren

So, jetzt ist es einen Monat her, dass ich meinen Newsletter umgebaut habe. Seitdem habe ich insgesamt fünf Gespräche geführt, bei YouTube, Spotify und Co. veröffentlicht und die wichtigsten Learnings in Briefings verarbeitet.

Zuletzt habe ich mit Katharina Nocun über Verschwörungen gesprochen und mit Gregor Schmalzried über KI diskutiert. Das macht alles weiter großen Spaß, kostet aber auch viel Kraft - aber aus einem anderen Grund, als ich antizipiert hatte.

Ich lasse mich einfach viel zu krass dazu verleiten, permanent auf die Zahlen zu schauen. Wie viele neue Abos hat das Video generiert? Wie viele Views? Zu welchem Zeitpunkt sollte ich wohl veröffentlichen? Wie viele Leute klicken vom Newsletter zum Podcast? Bla, bla, bla.

Es ist unglaublich, wie schnell ich mich von diesen Dingen wieder vereinnahmen lasse. Denn streng genommen haben sie erst einmal gar nichts mit meiner eigentlichen Arbeit zu tun: Ich verdiene mein Geld damit, einen guten Newsletter zu schrieben. Download-Statistiken sind dafür herzlich egal.

Und dennoch ziehen mich die Stats in ihren Bann. Sie machen sogar etwas mit meiner Stimmung. Völlig absurd. Ein Glück bin ich jetzt schon so lange im Game, dass mir das direkt auffällt und ich gegensteuern kann. Letztlich hatte ich ja bereits vor zehn Jahren darüber geschrieben, dass ich nicht mehr Teil der Aufmerksamkeitsökonomie sein möchte. Dabei bleibt es auch.

Reichweite ist der Sirenengesang des 21. Jahrhunderts.

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