„The popularity of book summary services like Blinkist and Shortform is a perfect encapsulation of what gets lost (nuance) in the bulletpointification of books, in which every bit of information is served in digestible bite-sized portions that you can upload right to your brain.“ – Maris Kreizman, Lithub

 

„A society made up of human beings who have turned themselves into small businesses is basically the logical endpoint of free market capitalism, anyway. (…) Instead of spending the majority of our time on self-promotion, perhaps more of us could be focusing on finding ways to form solidarity among artists or among disciplines, especially in fields where there is no single industry-wide union that protects individual creators. We can support independently owned media, we can make it more possible for artists to survive by fighting for a health care system that doesn’t rely on full-time employment, for affordable child care, and against companies that profit from stealing the work of unpaid or underpaid artists.“ – Rebecca Jennings, Vox

 

„The fastest growing sector of the culture economy is distraction. Or call it scrolling or swiping or wasting time or whatever you want. But it’s not art or entertainment, just ceaseless activity. The key is that each stimulus only lasts a few seconds, and must be repeated. It’s a huge business, and will soon be larger than arts and entertainment combined. Everything is getting turned into TikTok—an aptly named platform for a business based on stimuli that must be repeated after only a few ticks of the clock.“ – honest-broker.com

Casey hat es geschafft

Wenn Casey es schafft, dann muss das noch lange nicht heißen, dass man es selbst auch schafft: Aber sein Video über den jahrelangen Versuch, einen Marathon in weniger als drei Stunden zu finishen, ist definitiv Inspiration genug, um selbst immer wieder aufzustehen. Egal worum es geht.

Blogging is back

Es sieht ganz danach aus, als würde das gute, alte Bloggen ein Comeback erleben. Anil Dash prophezeit (Rolling Stone) eine neue „weirde“ Internet-Zeit, für Ryan Broderick passt das Comeback wunderbar in den 20-Jahres-Zyklus (Garbage Day, $) und Jay Hoffmann (The History of the Web) ist voller Pathos. Happy times ahead.

Lenny Rachitsky freut sich über 500.000 Subscriber bei Substack und erklärt, was beim Newsletter schreiben wirklich zählt: „Things that don’t matter: your design, your title, your strategy, your growth plan, vision… most things. Things that matter: quality, consistency. There’s no trick to making something like this grow. Growth comes from publishing something valuable, that people want to share with their friends and colleagues, over and over and over.“

KI verbraucht gewaltige Mengen Wasser: Die vermeintlich magische Technologie basiert auf Ausbeutung von Menschen und Ressourcen. Mies bezahlte Hilfsarbeiter labeln und flaggen Trainingsmaterial, Sprachmodelle wie ChatGPT lassen Serverfarmen heißlaufen, die mit Wasser gekühlt werden müssen. Im vergangenen Jahr stieg der Wasserverbrauch von Microsoft, auf dessen Rechnern ChatGPT läuft, um mehr als ein Drittel (AP), bei Google war es eine Zunahme um ein Fünftel. Eine kurze Unterhaltung mit ChatGPT verbraucht einem unveröffentlichten Paper zufolge rund 500 Milliliter Wasser (arXiv).

Auf Nicht-Nachrichten-Websites finden Menschen mehr politische Inhalte als auf Nachrichten-Websites

Wir Journalisten bilden uns ja oft ein, dass wir der Nabel der Welt sind. Dass unsere Beiträge in Bild, Text und Ton für die Demokratie von unermesslichem Wert sind. Je angesehener das Medium, desto besser für die Welt.

Eine neue Studie zeigt nun aber, dass Menschen (in den USA, Holland und Polen) auf Nicht-Nachrichten-Websites (read: Unterhaltungsportale, Shopping-Seiten, Promi-Klatschseiten, E-Mail-Anbieter, etc.) mehr politische Inhalte als auf Nachrichten-Websites finden. Das NiemanLab hat die Ergebnisse schön zusammengefasst.

„Even though politics in these kinds of [non-news] sites comprised only 1.6% of all visits,” the authors write, “the aggregate popularity of webmail, entertainment, shopping sites, or celebrity gossip means that an average citizen encounters most political content outside news [our emphasis added]. People, especially Americans and especially those with low political interest…encounter politics more frequently outside news outlets than within.“

Nur mal so als kleiner Reminder an alle, die gerade dabei sind in den Job einzustarten. Ja, Journalismus ist wichtig. Ohne jede Frage. Aber der Blick sollte nicht immer nur zur Seite 3 gehen.

Dass junge Menschen weggesperrt werden, weil sie planen, sich für den Erhalt des Planeten mit Mitteln des zivilen Ungehorsams zur Wehr zu setzen, macht mich sprachlos. Georg Diez erklärt im Artikel „Alles wird sich ändern“, wie kurzsichtig das Vorgehen der Politik derzeit ist.

Wie sich die Gesellschaft in zwei Lager aufteilt

Ich habe immer häufiger das Gefühl, dass wir uns als Gesellschaft in zwei große Lager aufteilen. Die Kollegen von Zeit Online haben dieses Gefühl, bzw. diese Spaltung in einem Artikel über die Partei Die Linke sehr gut beschrieben:

Hier die kosmopolitischen, liberalen, individualistischen Elemente des Kapitals, des Bürgertums und der organisierten Arbeitnehmerschaft, die auf Energiewende, europäische Integration und Multikulturalismus als Chance setzen; dort die traditionsorientierten Kräfte auf der Linken und Rechten, aus dem Mittelstand und der Arbeiterschaft, die in der Stärkung der Nation die einzige Möglichkeit sehen, die Zumutungen des Klimawandels, der Deindustrialisierung und der Massenmigrationen abzuwehren oder zumindest abzuschwächen.

Quelle: Die Linke: Die Leere als Chance (Zeit Online)

Was ein Abo tatsächlich bedeutet

Ohne Ben Thompson gäbe es das Social Media Watchblog nicht. So viel steht fest. Bens Website Stratechery diente mir vor fünf Jahren als Vorbild, um das „Hobby-Projekt“ Social Media Watchblog zu meinem Beruf zu machen.

Auch wenn sich der Gegenstand unserer Angebot deutlich unterscheidet, die Grundlage unserer Geschäftsmodelle ist gleich: Es geht darum, Abos an eine extrem spitze Zielgruppe zu verkaufen. Klingt erstmal simpel. Aber bei genauerer Betrachtung fällt auf: So leicht ist das gar nicht. Ansonsten gäbe es viel mehr Angebote, wie wir sie betreiben.

Warum es so schwer ist und was ein Abo tatsächlich bedeutet, beschreibt Ben hier sehr gut:

The truth is that Stratechery’s economic value is really not about what I have already published but rather my ability to keep publishing ideas that are interesting — that’s what I’m asking you to fund. I laid this out in the Local News Business Model:

It is very important to clearly define what a subscriptions means. First, it’s not a donation: it is asking a customer to pay money for a product. What, then, is the product? It is not, in fact, any one article (a point that is missed by the misguided focus on micro-transactions). Rather, a subscriber is paying for the regular delivery of well-defined value.

Each of those words is meaningful:

  • Paying: A subscription is an ongoing commitment to the production of content, not a one-off payment for one piece of content that catches the eye.
  • Regular Delivery: A subscriber does not need to depend on the random discovery of content; said content can be delivered to the subscriber directly, whether that be email, a bookmark, or an app.
  • Well-defined Value: A subscriber needs to know what they are paying for, and it needs to be worth it.

Die deformierte Ideologiekritik der AfD

Für den Umfrage-Höhenflug der AFD gibt es in der Regel zwei Erklärungsversuche: Zum einen das Was (Menschen wollen Grenzen dicht sehen, etc.) und zum anderen das Wie (aggressive Kommunikation in den Medien). Laut Zeit Online gibt es aber auch noch eine weitere Erklärung: die deformierte Ideologiekritik der AfD.

Es handelt sich nicht um eine intellektuell-redliche Form der Ideologiekritik, die offen für Differenzierung, Komplexität und Selbstreflexion des eigenen Standpunkts wäre, sondern um das Gegenteil. Solch eine rechtspopulistische Form der Ideologiekritik ermöglicht es, sich selbst als kritischen Zeitgenossen zu wähnen, ohne dabei allzu viel nachdenken zu müssen. Sie erlaubt es, sich selbst als Sehenden unter Blinden zu verstehen – und sich dann wahlweise als ausgegrenztes Opfer und Teil einer kritischen Gegenelite zu begreifen. Ein Zustand, in dem es sich geistig bequem leben lässt.

Quelle: Zeit Online

Delete your accounts sometimes

Every few years, just wipe it all and start over. Twitter, Facebook, Instagram, wherever you have one. It’s so easy to start thinking that the digital traces you leave of yourself ARE yourself, and before you know it all that stuff online grows into a carapace and one day you wake up to find yourself transformed in your bed into a monstrous vermin. Once in a while you’ve got to molt. Start fresh. The more terrifying this sounds to you, the more urgent it is. You are not the stuff you’ve posted. If you erase it, you’ll still exist. Give yourself the freedom to grow into someone new again.

Rusty Foster

Knotenpunkt

Don’t think about consumption – even your consumption – as „individual“. Think of yourself as a node for social, political and moral contagion.

Ezra Klein

Twitter’s First Law of Tweeting

Newton’s Third Law of Motion states that for every action, there’s an equal and opposite reaction. Twitter’s First Law of Tweeting states that for every tweet there’s an unequal and opposite overreaction.

Jason Fried

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