Stack ⚒️

Ich wurde die letzten Wochen immer wieder gefragt, ob wir künftig auch unseren Newsletter über Steady verschicken. Nein, das tun wir nicht. Ich möchte den Anlass nutzen, um einmal aufzuzeigen, mit welchen Tools wir uns organisieren, warum wir bei unserem Stack bleiben, Steady aber mit seinem neuen Angebot trotzdem eine wirklich spannende Bereicherung der europäischen Medienlandschaft darstellt.

Wir haben beim Social Media Watchblog über die Jahre viele verschiedene Tools ausprobiert. Am Ende hat sich aber an unserer Grundformation wenig verändert.

Sichten

Simon und ich nutzen beide einen Feedreader, um unsere wichtigsten Quellen im Blick zu behalten. Simon setzt dabei auf Inoreader, ich bin seit Jahren begeisterter Feedbin-User. Zudem nutzen wir beide Nuzzle, um die populärsten Artikel aus unseren Twitter-Bubbles zu sichten. Natürlich setzen wir auch auf Twitter selbst, um uns einen Überblick zu bestimmten Themen zu verschaffen. Hier bin ich vor allem großer Fan der Listen-Funktion. Last but not least haben wir natürlich selbst einen Haufen Newsletter abonniert.

Sortieren

Stories, News, Paper, Debatten und Videos, die wir für unsere Arbeit beim Social Media Watchblog für relevant halten, sammeln wir in einem gemeinsamen Pinboard. Via Feedbin kann ich alle spannenden Artikel direkt zu Pinboard schicken. Ziemlich easy. So halten wir uns stets auf dem Laufenden und wissen, welche Artikel der andere schon gelesen hat. Die Links werden von Pinboard dann automatisch an unseren Slack-Kanal Newsfeed weitergeleitet, damit unsere Leserïnnen ebenfalls sehen können, welche Artikel uns bei unserer Recherche begegnet sind. Auch landen die Links über eine Zapier-Integration bei Buffer, um sie von dort auf unserem Twitter-Kanal zu teilen. Ja, ich weiß, eine echte Social-Media-Strategie sieht anders aus. Dazu aber an anderer Stelle mehr.

Verdichten

Von Pinboard aus schnappen wir uns die Links, clustern sie nach Prüfung und Diskussion bei Slack oder am Telefon in einem gemeinsamen Notion-Doc. Leider ist Notion ziemlich langsam und Simon hätte es vermutlich gern, wenn wir zu Standard Notes wechseln, aber momentan fungiert Notion als meine zentrale Ideen- und Dokumentensammelstelle – da muss Simon dann durch… Bei Notion schreibe ich dann häufig schon die News vor, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie dicht das Briefing bereits ist.

Schreiben

Das eigentliche Briefing schreibe ich dann aber mit Ulysses in Markdown. Simon schickt mir seine Parts ebenfalls als Markdown. So können wir unabhängig von irgendwelchen WYSIWYG-Editoren sicherstellen, dass unsere Formatierung einhaltlich ist. Die fertige Markdown-Datei kann ich dann bei Ulysses als HTML ausspielen. Die HTML-Blöcke wiederum kann ich dann bei Mailchimp und WordPress relativ schnell und ruckelfrei reinpasten. Voila – the Briefing looks shine and crisp.

Warum dieser ganze Heckmeck?

Der Vorteil an dieser Vorgehensweise ist, dass wir eine einheitliche Optik herstellen können. Für unsere Leserïnnen ist es enorm wichtig, dass sich der Newsletter gleich anfühlt. Unsere Abonnentïnnen haben den Waschzettel studiert und wissen, wo sie was in unserem häufig 20k Zeichen umfassenden Briefings finden. Da ist ein konsistenter, uniquer Look elementar.

Der zweite Vorteil an unserem Setup besteht darin, dass wir unsere Briefings auf unserer eigenen Website spiegeln können. So haben wir einerseits ein Archiv, auf das sowohl wir als auch unsere Leserïnnen zugreifen können. Andererseits haben wir dadurch die Möglichkeit, via Google gefunden zu werden. Newsletter bei Substack und Co sind über Google kaum (nicht?) auffindbar.

Der dritte Vorteil ist, dass wir autark von den Ideen und Geschäftsvorstellungen der Plattformen sind. Klar, Steady ist ein wirklich toller Partner für uns, um Abos zu verkaufen. Ohne Steady gäbe es unser Watchblog womöglich gar nicht. Zudem sind wir mit den Machern gut bekannt. Aber am Ende ist Steady natürlich auch ein Dienstleister, der am Markt bestehen muss. Da ist nicht ausgeschlossen, dass unsere Interessen irgendwann einmal clashen. Eine eigene Website und das Verschicken über Mailchimp ermöglicht uns, wirklich 100 Prozent indie zu bleiben.

Der vierte Vorteil besteht darin, dass ein Programm wie Mailchimp viele Features mitbringt, die bei Steady aktuell noch fehlen und auch künftig womöglich zu viel des Guten wären. So ist es für uns zum Beispiel wichtig, bestimmte Gruppen unserer Leserschaft gezielt anzusprechen – etwa wegen der Teilnahme an einer Lecture oder für eine Umfrage. Speaking of which: Umfragen sind tatsächlich ein wichtiges Werkzeug für uns, um kontinuierlich Bedarfe abzufragen.

Well dann…

Die Einführung von redaktionellen Newslettern bei Steady ist eine tolle Bereicherung für den europäischen Medienmarkt. Wir wünschen allen Pilotïnnen viel Erfolg mit ihren neuen Projekten. Auch finde ich es klasse, dass wir mit Steady in Deutschland eine Plattform haben, die als Basis einer neuen aufregenden Creator Economy dienen kann. Was Newsletter angeht, bietet Steady nun vielen zudem einen Shortcut. Das ist super. Wir sind beim Social Media Watchblog einfach schon einen Schritt weiter. Wir würden ja auch nicht zu Substack (oder Facebook) wechseln. Wir sind aber definitiv super gespannt, welches Steady-Projekt sich wie entwickelt. Fingers crossed! Wir fiebern mit!

Quelle: Persönlicher Newsletter vom 18.3.2021

Digitaler Garten 🪴

Am 12.10.2017 habe ich dir eine Email mit dem Titel „Goodbye Attention Economy“ geschrieben. Der Text liest sich heute wie ein Mission Statement für die Zeit, die folgen sollte. Und was soll ich sagen: der Text ist ziemlich gut gealtert.

Meine These, „dass wir künftig nur noch extrem große (internationale) Player und Abertausende super spezielle Nischenangebote im Web haben werden“, wird jeden Tag greifbarer.

Traditionelle Häuser wie die New York Times diversifizieren ihre Angebote immer stärker. Die Passion / Creator Economy sorgt dafür, dass immer mehr Nischenangebote verfügbar sind.
Auch die Idee, am „Social Media Watchblog (zu) schrauben und mehr darüber (zu) lernen, was es braucht, einen Service anzubieten, der unabhängig von den Interessen und Geldern Werbetreibender funktionieren kann“, hat sich als absolut richtig erwiesen.

Das Social Media Watchblog gilt heute als Vorzeigeprojekt, wenn es um den Newsletter-Hype geht. Unglaublich.

Dieser Text soll aber kein Bauchpinselkurs in eigener Sache werden. Vielmehr möchte ich dir ein Angebot machen.

Als ich 2012/2013 meinen persönlichen Newsletter startete, hatte das Ding nicht nur ein anderes Design 🙈 und die Welt noch kein TikTok. Die Intention, den Newsletter zu schreiben, war auch eine andere.

Es ging nicht darum, zu einer Marke zu werden. Das haben wir dann irgendwann alle daraus gemacht.

Es ging darum, andere am eigenen Wissen teilhaben zu lassen. Dass ich vom Newsletter schreiben / Bloggen irgendwann einmal leben könnte, war überhaupt nicht denkbar.

Gern möchte ich den Faden wieder aufnehmen und wieder regelmäßiger laut nachdenken. Dabei wird es viel um Medien gehen. Allen voran um die Erfahrungen, die ich als Indie-Publisher mache.

Dieser Newsletter wird aber kein redaktionelles Angebot zu einem ganz bestimmten Nischenthema. Dieser Newsletter ist eher ein Gesprächsangebot.

Es geht darum, wieder mehr zu bloggen, unfertige Gedanken zu teilen, Feedback für Ideen einzuholen, zu inspirieren, andere an Learnings teilhaben zu lassen…

Kollege Johannes Klingebiel brachte mich auf die Idee, den eigenen digitalen Garten wieder mehr zu kultivieren. Ein wunderbares Bild.

Wenn du magst, schicke ich dir also fortan wieder regelmäßiger eine persönliche Mail. Wenn nicht, dann kannst du dich gern aus dieser Liste austragen. Überhaupt kein Problem.

Merci, M ✌🏻

Quelle: Persönlicher Newsletter vom 17.3.2021

Ich liebe Bandcamp

Ich wüsste gar nicht mehr, was ich ohne Bandcamp machen würde. Ehrlich. Ich hatte die Seite zwar schon seit Jahren auf dem Zettel. Aber erst vor ein, zwei Jahren habe ich wirklich damit angefangen, Bandcamp auch zu nutzen. Nicht nur, um mir bereits bekannte Tracks oder Alben zu kaufen. Sondern vor allem auch, um neue Musik zu entdecken. Die Daily und Weekly Digests, die Radioshows, die Listen – Bandcamp macht einfach einen verdammt guten Job, dass Musik und Künstlerïnnen auch gefunden werden. Bei Spotify hat man immer das Gefühl, hauptsache du hörst nicht auf Mukke zu hören. Bei Soundcloud gibt es zwar unfassbar viel gutes Zeug, die Discovery lässt aber echt zu wünschen übrig. Bandcamp aber schafft es, mir kontinuierlich neue Musik (-genres) aufzuzeigen. Krass, was die mittlerweile an redaktioneller Power auffahren. Musik-Blogs in allen Ehren – ich werde euch immer lieben! – aber Bandcamp macht einfach wirklich einen verdammt guten Job.

Serien-Empfehlungen (Twitter-Edition)

Der Lockdown wird ja noch ein Weilchen dauern. Das miese Wetter auch. Ein guter Zeitpunkt also, um eine neue Serie zu starten. Da es aber gefühlt dreitausend Optionen gibt, habe ich mal auf Twitter gefragt, welche Serie sich wirklich lohnt. Und was soll ich sagen: Twitter did its magic thing. Vielen Dank für die zahlreichen Empfehlungen. Jetzt muss ich mir nur noch aus 70 Vorschlägen eine raussuchen 🙈😊 Der Übersicht halber hier alle Serien in alphabetischer Ordnung mit entsprechendem Link auf die Beschreibung bei IMDB oder Wikipedia:

An enormous rant about writing on the web

Ein wunderbarer Text über Newsletter, Apps und das freie Internet:

„The problem with the web is that when you publish something it just sort of disappears from sight. Writers have to spam all the social networks to remind people that they even exist. (…) All I know is that the web today is not made for us. It’s no longer made for people to send charming bits of texts to strangers. (…) Instead, I see the web as this public good that’s been hijacked by companies trying to sell us mostly heartless junk. (…) The web today is built for apps — and I think we need to take it back.“

2021: Mehr Dankbarkeit zeigen

2021 ist endlich da. Habe große Lust auf das neue Jahr. Ehrlich wahr! 2020 war nicht alles schlecht. Kann ich wirklich nicht behaupten. Als privilegierter Typ, der in einer Uni-Stadt wohnt, habe ich wirklich keinen Grund zu meckern. Im Gegenteil. Ich habe jede Menge Dankbarkeit in mir. Für das neue Jahr habe ich mir vorgenommen, diese Dankbarkeit mehr zum Ausdruck zu bringen. Aber nicht nur das: Ich möchte mich auch bemühen, der Allgemeinheit mehr zurückzugeben. Nun kann man als Einzelperson nicht alle Feuer dieser Welt löschen. Sehr wohl kann man aber im Kleinen, vor Ort, lokal, Dinge verändern, sich einbringen. Das möchte ich tun. Auf welche Art und Weise dies geschehen kann, muss ich noch herausfinden. Aber 2020 hat mir gezeigt, dass es mir wirklich ziemlich gut geht.